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Löhne auf dem Bau überdurchschnittlich gut – Tarifforderung im Kontext von Corona unverhältnismäßig

Die wirtschaftliche Lage wird zunehmend unsicherer. Inzwischen zeigen die Zahlen im Baugewerbe, dass die Branche im Herbst Einbußen zu befürchten hat. Trotzdem bleiben die Forderungen der IG Bauen-Agrar-Umwelt bestehen: 6,8 Prozent mehr Lohn und eine allgemeinverbindliche Wegezeitvergütung. Doch belegt die Baubranche im Vergleich zu den meisten anderen Gewerbezweigen schon jetzt eine Spitzenposition mit ihrer Bezahlung.

In den letzten dreißig Jahren hat sich der Tariflohn im Baugewerbe mehr als verdoppelt. Alleine in den letzten zehn Jahren ist er um 30 Prozent gestiegen. So liegt der Gesellenlohn eines Bauarbeiters aktuell bei 20,63 Euro pro Stunde. Vergleichbare Gewerke aus dem Handwerk wie ein Elektriker liegen derzeit bei 15,71 die Stunde, ein Maler oder Lackierer bei 17,15 Euro. Lediglich das Dachdeckerhandwerk nähert sich mit 19,12 Euro dem Lohn vom Baugewerbe an.

„Betrachten wir die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr, die inzwischen auch im Baugewerbe ankommt und sich bereits mit stark sinkenden Auftragseingängen verschärft, ist die Forderung der IG BAU unverhältnismäßig", äußert sich Matthias Wächter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Baugewerblicher Unternehmer Niedersachsen e.V., im Hinblick auf die anstehenden Tarifverhandlungen.

Auch das von der IG Bau kritisierte Thema der Wegezeitvergütung ist bei den Baubetrieben längst angekommen. Hierzu gibt es schon lange Regelungen im Tarifvertrag. Ein Teil des Lohnes wird pauschal für den Einsatz auf wechselnden Baustellen gezahlt. Daneben gibt es Sondervergütungen für Fahrer. Ergänzt wird das Ganze durch einen Verpflegungszuschuss und Fahrtkostenabgeltung. Jedoch gibt es bei diesem Punkt aus Sicht der Arbeitgeber keine gerechte Pauschalregelung. Die unterschiedlichen Wegezeiten, die je nach Lage des einzelnen Betriebes und des Tätigkeitsradius sehr divergieren, benötigen individuelle Lösungsansätze. „Die Forderung der Gewerkschaft nach einer allgemeingültigen Wegezeitvergütung ist wenig hilfreich. Außerdem wissen wir, dass viele Betriebe die Bereitschaft ihrer Mitarbeitenden zu längeren Fahrtzeiten bereits auf freiwilliger Basis honorieren. Wir hoffen, dass die Gewerkschaft die konjunkturelle Lage erkennt und wir eine angemessene Einigung finden", ergänzt Wächter.

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