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Baugewerbe: Sei schlau, geh zum Bau! Ausbildungsvergütung am Bau nimmt Spitzenplatz ein

Die Bauwirtschaft ist ein attraktiver Arbeitgeber. „Zwar bleiben einige Ausbildungsplätze unbesetzt, jedoch liegt dies nicht an den schlechten Arbeitsbedingungen auf dem Bau", beschreibt Matthias Wächter, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen (BVN), die aktuelle Ausbildungslage im Baugewerbe. Die Ausbildungszahlen der Branche in Niedersachsen wachsen seit 2016 jährlich um circa 5 Prozent. Dass viele Ausbildungsplätze bisher unbesetzt geblieben sind, liegt daran, dass zahlreiche Verträge erst im August oder September abgeschlossen werden.

Bei den Ausbildungsvergütungen nimmt das Bauhandwerk sogar einen Spitzenplatz ein: 1200 Euro im zweiten Ausbildungsjahr und 1475 Euro im dritten Ausbildungsjahr werden in den anderen Branchen vergeblich gesucht. Seit 2010 ist im Durchschnitt ein Wachstum von 10 Prozent in der Ausbildungsvergütung zu verzeichnen. Dazu kommen Fahrtkostenerstattungen bei Besuch von Berufsschulfachklassen, ein Altersvorsorge-Baustein für Auszubildende und Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen schon während der Ausbildung. Außerdem bieten die allgemeinverbindlichen Regelungen bezüglich Mindestlohn, Urlaubstagen und Altersvorsorge zusätzliche Vorteile.

Dennoch ruht die Branche sich im Bereich Nachwuchskräftewerbung nicht aus, sondern wirbt aktiv. Dazu gehören die Ausstellung des Baugewerbe-Verbandes auf der IdeenExpo in Hannover und die Lehrermappe, die als Berufsorientierungsordner über 900-mal an 242 allgemeinbildenden Schulen verteilt worden ist. Einmalig ist das Projekt „Berufsstart Bau" der Sozialkassen der Bauwirtschaft, SOKA BAU. Hier wurden seit 2013 über 10 Millionen Euro zur gezielten Vorbereitung von lernschwachen Jugendlichen auf eine Ausbildung in den rund 200 überbetrieblichen Ausbildungsstätten der Bauwirtschaft investiert. Die Vermittlungsquote des Projektes ist enorm: So haben in den Jahren 60-80% Prozent der Teilnehmenden in eine Berufsausbildung in einem Bauberuf gefunden.

Mit Blick auf die aktuelle Pressekampagne der IG BAU sagt Matthias Wächter: „Die öffentliche Diskreditierung der Arbeitsbedingungen am Bau durch die IG BAU erschwert der Branche die Suche nach geeigneten Nachwuchskräften. Es führt außerdem dazu, dass ein veraltetes Bild der Bauberufe in den Köpfen der Jugendlichen verstärkt wird. Wir haben in den letzten Jahren viel für bessere und zeitgemäße Arbeitsbedingungen am Bau getan und arbeiten stetig weiter daran. Dass die Gewerkschaft die positiven Entwicklungen unter den Teppich kehren will, um so eine stärkere Position in den anstehenden Tarifverhandlungen zu bewirken, ist völlig unpassend."

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