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Deutsche Meisterschaften in den Bauberufen: Niedersachsen holt fünf Medaillen

Bei der gestrigen Siegerehrung von den Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), die vom 9. bis zum 11. November im Bau-ABC Rostrup in Bad Zwischenahn stattfand, wurden die Gewinnerinnen und Gewinner verkündet. Fünf Medaillen gehen davon an niedersächsische Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies begeisterte sich bei einem Rundgang für die Bauberufe und betonte die Bedeutung der dualen Ausbildung.

In acht Gewerken traten Junggesellen aus der ganzen Bundesrepublik gegeneinander an. Insgesamt sechs Teilnehmenden aus Niedersachsen nahmen an den 68. Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen teil. Mit großer Presseaufmerksamkeit und einem Besuch vom Niedersächsischen Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies feierte der Wettbewerb die Zukunft der handwerklichen Ausbildung und des Baugewerbes.

Fünf Medaillen gehen an niedersächsische Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Der Brunnenbauer Oliver Behrends aus Berumbur holte Gold und setzte sich mit seiner Leistung gegen seinen Kontrahenten durch. „Ich bin glücklich, überrascht und hätte nicht mit dem Ergebnis gerechnet", kommentierte Behrends sein Wettbewerbsergebnis. Er hat seine Ausbildung bei der Thade Gerdes GmbH in Norden absolviert. Die Brunnenbauer sanierten eine Grundwassermessstelle. Ein vorhandener Brunnen wurde mit einer Unterwasserkamera auf Mängel untersucht. Mit einem Brunnenbohrgerät wurde aus einer Bohrung eine Bodenprobe hoher Qualität gewonnen. Danach wurde in einem Brunnen ein Pumpversuch nach DVGW W 111 durchgeführt, dokumentiert und ausgewertet. Die gewonnenen Informationen wurden in einem EDV-Programm als Sanierungsvorschlag zusammengefasst und dem Prüfungsausschuss vorgestellt.

Auch Silas Dulle aus Zetel gewann Gold bei den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern. „Es lief im Wettbewerb für mich gut, dennoch habe ich nicht mit der Goldmedaille gerechnet", erklärte Dulle nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. Er machte seine Ausbildung bei Fliesenlegermeister Henning Sauer in Varel. Die Fliesenleger mussten zunächst den Rohkörper ihres Werkstücks aufmauern. Passend zum Veranstaltungsort Bad Zwischenahn war im Fliesenspiegel eine Mühle und ein Segelschiff abzubilden. Vor der linken Wandflächenhälfte waren auf einer zu erstellenden Unterkonstruktion Bodenfliesen zu verlegen und die Jahreszahl einzuarbeiten.

In dem Gewerk Beton-/ Stahlbetonbauer brachte Jannik Neumann aus Lauenbrück die Silbermedaille mit nach Hause. Er machte seine Ausbildung bei BECO Hoch- und Ingenieurbau GmbH & Co. KG in Scheeßel. Die Beton- und Stahlbetonbauer erstellten während ihres eintägigen Wettbewerbs den Teilausschnitt eines Widerlagers. Es waren ausschließlich Schalarbeiten ohne Bewehrung und Beton auszuführen. Die Schalungserstellung erfolgte mit einer Elementschalung und mit einer herkömmlichen Stirnschalung (keine Elementtafeln). Die Rundungen waren in Sichtbrettern und die Aussparungen und Abschrägungen mit Zuschnitttafeln einzuschalen.

Jim Koppermann aus Lauenbrück landete bei den Straßenbauern auf dem dritten Platz und holte Bronze. Sein Ausbildungsbetrieb ist die Ernst Gerken GmbH & Co. KG in Rotenburg (Wümme). Die Straßenbauer erstellten während des eintägigen Wettbewerbs eine Gehwegbefestigung aus Natur- und Kunststeinen einschließlich einer Randbefestigung aus Betonsteingroßpflaster. Die fertige Fläche stellte ein Fragezeichen dar, das zweifarbig aus Natursteinen hergestellt wurde. Die Fläche wurde in ein vorgegebenes Gefälle zu bringen und hammerfest zu versetzen. Die entstehenden Zwickel sollen kunstvoll mit Mosaikpflaster geschlossen werden. Das fertige Werkstück wurde mit Sand eingefugt und sauber abgekehrt.

Ebenso stand die Zimmerin Katja Mareike Wiesenmüller aus Oyten mit Bronze auf dem Treppchen. Sie absolvierte ihre Ausbildung bei Warnke Holzbau GmbH in Oyten. Die Zimmerer konstruieren ein Dachstuhlmodell. Es handelte sich um eine Dachkonstruktion mit steigender Traufe und einem traditionellen Unterbau. Die Aufgabe war in drei Module eingeteilt. Zuerst musste eine Fachwerkwand mit Brettsperrholzwand als Fertigteil nach Abbundplan angerissen und ausgearbeitet werden. Modul 2 beinhaltete eine Dachkonstruktion mit Grat- und Giebelsparren sowie Schiftern. In Modul 3 wurde eine Dachgaube erstellt. Die Kehlbohlen und die Giebelsparren waren in der Dachfläche auf der Oberkante des Gaubenprofils komplett abzugraten.

Rund 60 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer wetteiferten in ein- bis dreitägigen Wettbewerben in den acht Berufen Zimmerer, Maurer, Fliesenleger, Stuckateur, Beton-/Stahlbetonbauer, Straßenbauer, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer sowie Brunnenbauer darum, wer der oder die beste des Faches ist. Zugelassen waren die Landessieger der jeweiligen Berufe.

Der Wettbewerb wird ermöglicht durch die Unterstützung des Hauptsponsors der Deutschen Meisterschaft, der Zertifizierung Bau GmbH aus Berlin. Weitere Sponsoren sind die SOKA-BAU, die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, BG BAU sowie der Firma Stabila Messgeräte GmbH.

Eine Lister aller Siegerinnen und Sieger finden Sie hier.

Weitere Informationen und Pressebilder unter www.zdb.de.

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