Betriebliche Altersversorgung: Entwicklungen beim Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG)
Die Mitgliederversammlung des Pensions-Sicherungs-Vereins (PSVaG) am 16. Juni 2026 brachte wichtige Erkenntnisse zur aktuellen Schadenentwicklung, Beitragsprognose und zur Neubesetzung des Aufsichtsrats.
Im Mittelpunkt standen dabei der Rückblick auf das Geschäftsjahr 2025 sowie aktuelle Entwicklungen und Prognosen. Nach zwei Rezessionsjahren verzeichnete die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 wieder ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent. Dieses moderate Plus wurde insbesondere durch höhere staatliche Ausgaben gestützt. Gleichzeitig blieb das wirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll: Hohe Lohn- und Energiekosten, geopolitische Unsicherheiten – allen voran der fortdauernde russische Angriffskrieg – sowie zunehmende regulatorische Anforderungen belasteten die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland und Europa weiterhin erheblich.
Vor diesem Hintergrund nahm das Insolvenzgeschehen in Deutschland im Jahr 2025 um 8 Prozent zu. Auch beim PSVaG spiegelte sich diese Entwicklung wider: Die Zahl der Sicherungsfälle stieg bereits im dritten Jahr in Folge deutlich an und erhöhte sich um 22 Prozent. Gleichzeitig ging das Schadenvolumen nach zwei Jahren mit starken Zuwächsen um 7 Prozent zurück. Auf Basis dieser Entwicklung lag der Beitragssatz für das Jahr 2025 mit 1,2 Promille über dem Vorjahreswert von 0,4 Promille, jedoch weiterhin deutlich unter dem Zehnjahresdurchschnitt von 1,9 Promille.
Die Mitgliederversammlung erteilte dem Vorstand und dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2025 Entlastung. Zudem wurden die in der Tagesordnung vorgesehenen Satzungsänderungen beschlossen.
Ein Blick auf die aktuelle Entwicklung zeigt, dass die Zahl der Insolvenzen derzeit leicht über dem Vorjahresniveau liegt. Besonders deutlich gestiegen ist die Anzahl der zu sichernden laufenden Leistungen und unverfallbaren Anwartschaften: Sie erhöhte sich um 40 Prozent auf über 28.000 Fälle. Der daraus resultierende höhere Leistungsaufwand im ersten Halbjahr 2026 deutet auf einen steigenden Beitragssatz für das laufende Jahr hin. Dieser dürfte über dem Vorjahreswert von 1,2 Promille liegen, voraussichtlich jedoch unter dem langjährigen Durchschnitt von 2,5 Promille bleiben – vorausgesetzt, größere Schadenereignisse oder erhebliche Turbulenzen an den Kapitalmärkten bleiben aus.
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt waren die turnusmäßigen Neuwahlen zum Aufsichtsrat. Mit Ablauf der Mitgliederversammlung endeten die Amtszeiten sämtlicher Mitglieder. Die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Dr. Reinhard Göhner und Klaus Bräunig standen nicht für eine erneute Amtszeit zur Verfügung. Neu in das Gremium gewählt wurden Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sowie Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Aufgrund satzungsmäßiger Altersgrenzen wurden Brigitte Faust und Ingo Kramer für eine verkürzte Amtszeit von zwei Jahren gewählt, während die übrigen Mitglieder für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt wurden.
Insgesamt zeigt sich, dass die betriebliche Altersversorgung weiterhin unter dem Einfluss gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen steht und insbesondere das Insolvenzgeschehen eine zentrale Rolle für die Beitragsentwicklung des PSVaG spielt.