Aus den Fachgruppen

Jahrestagung 2026 der Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein im BVN

„Lasst uns weiterhin gute Fliesen für die Menschen verlegen.“

Am 05. und 06 März fand die Tagung der Landesfachgruppe Fliesen und Naturstein im Baugewerbe-Verband Niedersachsen (BVN) statt. Rund 70 Teilnehmer trafen sich zu der alle zwei Jahre stattfinden Veranstaltung in Walsrode, um über technische, rechtliche und organisatorische Themen rund um die Fliese und dem Naturstein zu sprechen.

„Es wird immer geboren, immer gestorben, immer gebaut, immer renoviert. Schön, dass alle nach zwei Jahren wieder da sind“, mit diesen Worten eröffnete Landesfachgruppenleiter Stefan Bohlken die Fachtagung bei bestem Frühlingswetter vor gut 70 Teilnehmern im Ringhotel Forellenhof in Walsrode. Nach einer kurzen Ankündigung über das Programm und den Ablauf der Veranstaltung übergab Bohlken mit den Worten: „Lasst uns weiterhin gute Fliesen für die Menschen verlegen" den Staffelstab an den ersten Referenten Stefan Rehberg.

Wie lassen sich Mängel vermeiden oder besser beheben?

Rehberg sprach in seinem Vortrag „Aktuelles aus dem Technischen Arbeitskreis auf Bundes- und Landesebene“ über seine tägliche Arbeit, so zum Beispiel über die Neuerungen des technischen Handbuchs und wie wichtig die kontinuierliche Überarbeitung von Normen und Regeln sei, um stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Präsentation waren die Kundeninformationsblätter, die Betriebe „ihren Kunden in die Hand geben sollten, um Mängel vor, bei und nach der Arbeit zu vermeiden.“ Auch könnten diese Blätter dem Betrieb helfen, Vorgewerke bei Mängeln in die Pflicht zu nehmen. Und Mängel gibt es häufig. So stellte Rehberg einige Fälle aus seiner Arbeit vor und zeigte auf, wie Sachverständige vorgehen, wenn sie gerufen werden und auch, wie Betriebe so eine Mangelprüfung gut vorbereiten können. Vor allem aber sprach Rehberg darüber, wie sich solche Mängel vorab vermeiden ließen.

Asbest in der betrieblichen Praxis

Im Anschluss widmete sich Michael Driesner, Leiter der Abteilung Technik und Nachhaltigkeit im BVN, Themen wie der NBauO und Asbest. Zum Stand der NBauO sieht Driesner einen Paradigmenwechsel: „Der Staat lässt los.“ Dies erleichtert zahlreiche Prozesse. So muss nicht mehr alles nachgewiesen werden und auch der Umbau im Bestand erfährt durch diese Erleichterungen eine gewisse Belebung. „Die Arbeiten im Gebäudebestand nehmen zu.“

Einen stärkeren Fokus legte Driesner dann auch auf das wichtige Thema Asbest und stellte den neuen Leitfaden vor. Welche neuen Regeln gelten? Wie schaut es beim Arbeiten im Bestand aus? Wie gehe ich mit Fehlverhalten um? Wer muss erproben und vor allem, wie kann ich Kunden sensibilisieren, damit diese der Erprobung zustimmen und dafür auch die Mehrkosten tragen und den zeitlichen Mehraufwand verstehen? Driesner ging detailliert auf diese Fragen ein und informierte in diesem Zuge auch über die Genehmigungs- und Qualifikationspflicht. Zudem setzte er sich mit dem Straftatbestand bei Vergehen auseinander und ging auf den Arbeits- und Naturschutz ein. Auch stellte Driesner die Möglichkeit vor ggf. Fachfirmen einzuschalten, falls die Kenntnisse im eigenen Betrieb nicht vorhanden seien. Aber auch der BVN bietet immer wieder Fortbildungen an, um die Sachkunde nach TRGS 519 4c zu erwerben.

Wie verhalte ich mich bei Oberflächenschäden?

Der letzte Vortrag des ersten Tages beschäftigte sich mit „Kratzer, Macken, Schäden – Instandsetzung von Oberflächenschäden“. Heinrich Huber von der ARTUS Oberflächen Instandsetzung GmbH erklärte mit viel Witz und einer Live-Vorführung, wie man die Kunden bei einer Reklamation wieder auf die eigene Seite zieht und vor allem, wie man die Oberfläche bestmöglich repariert. Er beantwortete dabei die zentralen Fragen: Wie muss man mit dem Kunden kommunizieren? Wie kann man ihn einbinden? Hubers Tipp: empathisch sein, dem eigenen Bauchgefühl vertrauen und verbindlich auftreten!

Im Anschluss ging es in den gemütlichen Teil des Abends über. In zwei Gruppen konnten die Teilnehmer die neben dem Hotel liegende Schnuckenbräu-Brauerei besichtigen, erfuhren mehr zum Reinheitsgebot und der Herstellung des Bieres und durften am Ende kosten. Beim anschließenden Abendessen blieb viel Zeit für einen regen Austausch.

Feuchtigkeit im Boden? So messen Sie richtig!

Der zweite Tag begann mit dem Vortrag „Feuchtigkeit im Boden? So messen Sie richtig! Feuchtemessung in Fußbodenkonstruktionen - Stand der Technik und aktuelle Entwicklungen“ von Dr. Norbert Arnold, Uzin Utz SE. Arnold beschrieb dabei die wichtigsten rezepturbezogenen Einflussfaktoren auf die Trocknung von mineralischen Estrichen, wie Bindemittelart und -menge sowie das Wasser/Bindemittel-Verhältnis. Auch ging Arnold auf den aktuellen Stand zur Feuchtemessung ein und erläuterte insbesondere die Grundlagen der KRL-Methode. Darüber hinaus ging er auf die Möglichkeiten und Grenzen der CM- und KRL-Messung ein.

Betriebsübergabe und Betriebsnachfolge - So klappt der Generationenwechsel

Anneke Bongert von der Handwerkskammer Hannover sprach im Anschluss über Betriebsübergaben und Betriebsnachfolgen. Zuerst ging sie auf die unterschiedlichen Ziele der Betriebsübergabe ein, bspw. den Erhalt des Lebenswerks oder die Sicherung der Altersvorsorge. Anschließend beschäftigte sie sich mit verschiedenen Fragstellung, wie der Qualifikation des Nachfolgers oder den unterschiedlichen Formen der Betriebsübergabe. Auch rechtliche Aspekte ließ Bongert nicht außer Acht. Ebenfalls wurde durch Bongert das Thema der Betriebswertigkeit aufgegriffen und sie stellte Förder- und Finanzierungsprogramme vor.

Mangel oder nicht? (Teil 2) Praxisbeispiele aus der Sachverständigentätigkeit und deren Bewertung

Der letzte Teil der Fachtagung widmete sich Praxisbeispielen aus der Sachverständigentätigkeit und wurde vom Sachverständigen Markus Ramrath referiert. Ramrath ging bei seinem Vortrag auf die Umfrage aus dem ersten Teil zu Mängeln vom Vortag ein, bei denen alle Teilnehmende gebeten wurden ihre Einschätzung zu einzelnen Mängeln abzugeben. Ramrath veröffentlichte die Umfrageergebnisse und erläuterte jeden einzelnen Fall, den Herr Reberg bereits am ersten Tag vorgestellt hatte.

Mit der Präsentation der Umfrageergebnisse endete die Fachtagung der Landesfachgruppe. Im nächsten Jahr finden dann vom 18. bis 19. März das Fliesen Forum Nord in Melle statt. Der BVN bedankt sich herzlich bei seinen Sponsoren Blanke, Bota Green, CodeX, Gutjahr, Harcom, HMK Moeller Stone Care, Quarella, Schlüter Systems, Sopro und der VHV bedanken

 

 

 

 

 

 

 

 

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