Arbeit und Soziales

Westbalkan-Regelung: Bauwirtschaft warnt vor Begrenzung des Kontingents

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) spricht sich gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) gegen eine Halbierung des Kontingents der Westbalkan-Regelung aus.

Statt einer Begrenzung fordern die Verbände eine Weiterentwicklung dieses wichtigen Instruments zur Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften.

Die Bundesregierung plant, das Kontingent der sogenannten Westbalkan-Regelung deutlich zu reduzieren. Nach den derzeitigen Überlegungen der Regierungskoalition soll die Zahl der möglichen Einreisen von bisher 50.000 auf 25.000 Personen halbiert werden. Der ZDB und der HDB sehen diese Entwicklung kritisch und haben sich hierzu gegenüber der Bundesregierung sowie den Fraktionsspitzen von Union und SPD positioniert.

Aus Sicht der Bauwirtschaft handelt es sich bei der Westbalkan-Regelung um eines der erfolgreichsten und zugleich bürokratieärmsten Instrumente, um Arbeits- und Fachkräfte aus Drittstaaten für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Gerade für das Baugewerbe hat die Regelung erhebliche praktische Bedeutung: Rund 30 Prozent der Visa werden für Tätigkeiten in Bauunternehmen erteilt.

Eine Verringerung des Kontingents würde die Personalgewinnung vieler Betriebe zusätzlich erschweren. Schon heute stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ausreichend qualifizierte Beschäftigte zu finden. Gleichzeitig sind die Anforderungen hoch: Infrastrukturprojekte, Wohnungsbau, energetische Sanierung und die Transformation der Wirtschaft setzen leistungsfähige Bauunternehmen voraus.

ZDB und HDB fordern deshalb, die Westbalkan-Regelung nicht einzuschränken, sondern praxistauglich weiterzuentwickeln. Aus Sicht der Verbände braucht es verlässliche Zugangswege zum Arbeitsmarkt, längere Visaerteilungen und weitere Entbürokratisierung. Nur so können Unternehmen angesichts des demografischen Wandels und des anhaltend hohen Arbeitskräftebedarfs Planungssicherheit gewinnen.

Die Bauwirtschaft macht damit deutlich: Eine funktionierende und verlässliche Fach- und Arbeitskräfteeinwanderung ist ein entscheidender Baustein, um die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben der kommenden Jahre bewältigen zu können.

 

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