MINT-Herbstreport 2023: „Mehr MINT-Lehrkräfte gewinnen, Herausforderungen der Zukunft meistern“

Der kürzlich vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte Report bestätigt den weiterhin hohen Bedarf an Fachkräften im MINT-Bereich. Über sämtliche Anforderungsniveaus konnten bundesweit mindestens 280.480 offene Stellen in MINT-Berufen nicht besetzt werden.

Wie aus dem Report hervorgeht, bestehen die größten Engpässe in den Energie- /Elektroberufen, in den Berufen der Maschinen- und Fahrzeugtechnik, in den IT-Berufen und in den Berufen der Metallverarbeitung (38.200). An fünfter Stelle folgen die Bauberufe. Jedoch nahm die Lücke in allen Bereich im Vergleich zum Vorjahr ab.

Aktuell scheiden jährlich über 64.800 MINT-Akademiker aus Altersgründen aus dem Arbeitsmarkt aus. In fünf Jahren wird der Ersatzbedarf zunehmen. Bei den MINT- Facharbeitern beträgt der aktuelle demografische Ersatzbedarf rund 259.800, er wird in fünf Jahren auf 272.000 steigen.

Die Zahl der MINT-Studierenden im ersten Hochschulsemester nahm in den vergangenen Jahren stark von 192.500 im Jahr 2019 auf 176.300 im Studienjahr 2022 ab.
Der Anteil der Frauen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in MINT-Berufen ist vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2023 von 13,8 Prozent auf 16,1 Prozent gestiegen. Am höchsten sind im ersten Quartal 2023 die Frauenanteile bei den Expertenberufen in den Biologen- und Chemikerberufen (46,9 Prozent), am niedrigsten in den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik (11,0 Prozent) und in den Ingenieurberufen Metallverarbeitung (11,5 Prozent).

Der Beschäftigtenanteil von Älteren nimmt um 637.618 Beschäftigte beziehungsweise 66,7 Prozent deutlich zu. Und auch das MINT-Beschäftigungswachstum von ausländischen Arbeitnehmern war im Zeitraum vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2023 überproportional hoch. Wäre die Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern seit Ende 2012 nur in der geringen Dynamik wie die Beschäftigung von Deutschen gestiegen, würde die Fachkräftelücke heute um 413.800 Personen höher ausfallen und damit einen Wert von rund 700.000 MINT-Kräften erreichen. An den Schulen der Sekundarstufen I und II entfällt mindestens ein Drittel der zu erwartenden Lehrkräftelücken auf MINT-Lehrkräfte.

Daraus leiten sich für die Verfasser des Reports folgende Handlungsempfehlungen ab:

  •  Weitere Potenziale von Frauen, Zugewanderten und Älteren heben
  •  MINT-Bildung verbessern
  •  Fachkräftesicherung von Lehrkräften

Der gesamte Report ist hier abrufbar.

Der MINT-Report wird vom Institut der Deutschen Wirtschaft halbjährlich im Auftrag von BDA, Gesamtmetall und der Initiative "MINT-Zukunft schaffen" erstellt. Er enthält alle aktuellen Entwicklungen und Analysen zu Angebot und Nachfrage auf dem MINT-Arbeitsmarkt sowie Kennzahlen zur MINT-Bildung.

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