Fachgruppen-Mitteilungen

Fachgruppe Mitteilungen

Auch dieses Jahr setzen die BVN-Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau und die Landesfachabteilung Straßenbau des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen e.V. die Veranstaltungsreihe „Niedersächsischer Straßenbautag“ fort.

Wir freuen uns auf die nunmehr vierte Veranstaltung, die vom 10. - 11. September 2026 unter dem Motto „Gemeinsam Straßen bauen“ im CO/RE (https://www.core-oldenburg.de/) in Oldenburg stattfinden wird.

Bitte merken Sie sich den Termin vor!

Ab dem 28. Januar 2026 bieten die TU-Dresden und EIPOS zum 10. Mal eine Fortbildung zum Fachbauleiter/ Fachingenieur "Pflasterbau" an, die bundesweit als einmaliges Fortbildungsangebot im Pflasterbau gilt und als Einstieg für alle im Pflasterbereich tätig werdenden Planer, Architekten, Ingenieure, Sachverständige, Bautechniker, Poliere, Meister und Facharbeiter empfohlen wird.

 

Die berufsbegleitende Fachfortbildung vermittelt Fachwissen zur Pflasterbauweise in ungebundener und gebundener („vermörtelter“) Bauweise, zu Plattenbelägen und zu versickerungsfähigen Pflasterbefestigungen. In praxisorientierten Seminaren werden Grundlagen zu bautechnischen, baubetrieblichen und rechtlichen Themen vermittelt. Es werden Dimensionierungsverfahren und planerische Grundsätze sowie deren konstruktive Umsetzung erläutert. Auf die Eigenschaften der Baustoffe und Bauprodukte sowie deren Prüfung wird eingegangen, ebenso auf die gezielte Auswahl der Baustoffe und Bauprodukte. Auch neue Entwicklungen werden vorgestellt und diskutiert.

Die Teilnehmer werden befähigt, qualifizierte Planungen und korrekte Ausschreibungen zu erstellen, Pflasterdecken und Plattenbeläge richtig auszuführen sowie die Überwachung und Abnahme der Bauarbeiten fachgerecht durchzuführen.

Der Umfang der berufsbegleitenden Fachfortbildung beträgt 95 Unterrichtseinheiten. Alle weiteren Informationen können im Internet unter https://www.eipos.de/weiterbildung/kurs/fachingenieurfachplanerfachbauleiter-fuer-pflasterbau  eingesehen werden.

Hinweis:  Seitens des Veranstalters wurde darum gebeten, dass sich Interessierte so schnell wie möglich, jedoch spätestens noch vor Weihnachten anmelden mögen.

Niedersachsen startet Investitionsoffensive für bessere Straßen und stabile Brücken

Niedersachsen startet eine Investitionsoffensive für eine leistungsfähige und nachhaltige Straßeninfrastruktur. Alle an Bauprojekten beteiligten Akteure verständigen sich auf verbindliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die „Charta für Infrastruktur“ setzt neue Standards für eine partnerschaftliche, digitale und nachhaltige Zusammenarbeit im Straßenbau.

 

Investitionsoffensive: Eine neue Charta für Niedersachsen

 

Alle zusammen für bessere Straßen und stabile Brücken:

 

Niedersachsen startet eine Investitionsoffensive für eine leistungsfähige und nachhaltige Straßeninfrastruktur. Zentrale Basis bildet dabei das 1,8 Milliarden Euro umfassende Zukunftsprogramm Infrastruktur, aus dem allein für die Bereiche Landesstraßen und Brücken in den kommenden Jahren 500 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Ziel ist eine schnelle, niedrigschwellige und gut abgestimmte Umsetzung des Geldes in konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Das geht am besten, wenn sich alle an Bauprojekten beteiligten Akteure auf verbindliche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit verständigen. In diesem Sinne setzt die am 18. November 2025 unterzeichnete „Charta für Infrastruktur“ neue Standards für eine partnerschaftliche, digitale und nachhaltige Zusammenarbeit im Straßenbau.

 

Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Geld ist die notwendige Bedingung für erfolgreiche Bauprojekte, aber gute Abstimmung, Kommunikation und Verfahrensklarheit müssen hinzukommen. Diese Punkte sichern wir mit der Charta ab. Das Zukunftsprogramm Infrastruktur bietet große Chancen und soll ein Erfolg werden: Mit guten Straßen und sicheren Brücken schaffen wir das Fundament für eine prosperierende Wirtschaft, die Mobilität der Zukunft und für Lebensqualität in Stadt und Land. Bei der Umsetzung wollen wir Reibungsverluste daher unbedingt vermeiden. Mit der Charta bekennen wir uns zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit beim Ausbau und der Modernisierung der Straßeninfrastruktur in Niedersachsen. Sie ist unser gemeinsamer Kompass: Sie formuliert klare Leitlinien für partnerschaftliche und faire Zusammenarbeit – auf der Basis von Vertrauen, Transparenz und Verantwortung.“

 

Wirtschafts- und Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne: „Geld ist die notwendige Bedingung für erfolgreiche Bauprojekte, aber gute Abstimmung, Kommunikation und Verfahrensklarheit müssen hinzukommen. Diese Punkte sichern wir mit der Charta ab. Das Zukunftsprogramm Infrastruktur bietet große Chancen und soll ein Erfolg werden: Mit guten Straßen und sicheren Brücken schaffen wir das Fundament für eine prosperierende Wirtschaft, die Mobilität der Zukunft und für Lebensqualität in Stadt und Land. Bei der Umsetzung wollen wir Reibungsverluste daher unbedingt vermeiden. Mit der Charta bekennen wir uns zu einer neuen Qualität der Zusammenarbeit beim Ausbau und der Modernisierung der Straßeninfrastruktur in Niedersachsen.

Sie ist unser gemeinsamer Kompass: Sie formuliert klare Leitlinien für partnerschaftliche und faire Zusammenarbeit – auf der Basis von Vertrauen, Transparenz und Verantwortung.“

 

Phillip Benckendorf, Vizepräsident Straßen- und Tiefbau im Baugewerbe-Verband Niedersachsen: „Die Unterzeichnung der Charta für partnerschaftliche Zusammenarbeit im Straßenbau Niedersachsen setzt ein klares Signal: Wir wollen nachhaltiger, transparenter und gemeinsam bauen. Für den Erhalt und den Ausbau unserer Infrastruktur brauchen wir eine Kultur des Miteinanders, in der Auftraggeber, Planer und Unternehmen frühzeitig und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Besonders wichtig dafür sind die vielen mittelständischen Unternehmen in Niedersachsen. Sie leisten mit ihrer Fachkompetenz und Flexibilität einen unverzichtbaren Beitrag. Die Charta formuliert einen gemeinsamen Anspruch: Fairness im Umgang miteinander, ausgewogene Risikoverteilung und klare vertragliche Grundlagen. Jeder Partner wird respektiert und gehört. Offenheit, Transparenz und Vertrauen schaffen das Fundament für stabile Prozesse und verlässliche Ergebnisse. Wichtig ist aus Sicht der handwerklichen Straßenbauunternehmen, dass die Inhalte der Charta in der Praxis wirken – insbesondere auf Projekt- und Bauleiterebene. Diese Beschäftigten sind diejenigen, die die Charta täglich leben werden. Sie brauchen klare Rückendeckung und konsequente Unterstützung durch die Entscheidungsebenen. Ein zentraler Baustein der Charta ist die regelmäßige Bewertung unserer Zusammenarbeit. Der Runde Tisch Straßenbau Niedersachsen wird hierfür eine zentrale Rolle einnehmen. Er steht für Transparenz und für den Willen, Verbesserungsbedarfe umzusetzen. Denn die Charta ist keine Formalie, sondern ein Versprechen: für eine moderne, zukunftsfähige Zusammenarbeit und für hohe Qualität im Straßenbau. Ich freue mich auf diese Aufgabe und danke allen, die diesen Weg mitgehen.“

 

Jörn P. Makko, Hauptgeschäftsführer Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen: „Niedersachsen setzt ein starkes Zeichen. Die neue Charta bringt Tempo und Vertrauen in den Straßenbau und schafft eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Der Bund gibt einen historischen Impuls. Das Land setzt ihn um und modernisiert Brücken, Straßen und Radwege. Diese Investitionsoffensive stärkt unsere Wirtschaft insgesamt.“

 

Timo Quander, Präsident der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr: „Mit der Charta bringen wir heute unsere gemeinsamen Ziele zum Ausdruck: Wir wollen den Straßenbau in Niedersachsen durch eine moderne, faire und zukunftsfähige Zusammenarbeit auf Augenhöhe nachhaltig gestalten. Mit dem neuen ‚Runden Tisch‘ werden wir diese gemeinsamen Ziele sicherstellen.“

 

Stephan von Friedrichs, Hauptgeschäftsführer Ingenieurkammer Niedersachsen: „Eine zukunftsgerechte Infrastruktur ist unverzichtbare Voraussetzung für die Verkehre in Niedersachsen und schafft Wirtschaftswachstum. Mit der neuen Charta stellen wir die Zusammenarbeit im Straßenbau auf eine zeitgemäße und vertrauensvolle Basis. Planerinnen und Planer tragen enorme Verantwortung für Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit unserer Infrastruktur. Die Charta stärkt diese Verantwortung und schafft gleichzeitig klare Leitlinien für kooperative Prozesse zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Ingenieurwesen. Nur mit kluger Planung schaffen wir die Infrastruktur, die Niedersachsen morgen braucht.“

 

Hintergrund

Im Rahmen des bundesweiten „Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität“ stellt der Bund für ganz Deutschland 500 Milliarden Euro über zwölf Jahre zur Verfügung – ein historischer Impuls zur Modernisierung der Verkehrssysteme. Niedersachsen erhält daraus für sein Landesstraßennetz nun 500 Millionen Euro zusätzlich zu den bisherigen Haushaltsmitteln.

 

Das niedersächsische Landesstraßennetz umfasst rund 8.200 Kilometer Landesstraßen, knapp 2.100 Brücken und über 4.700 Kilometer Radwege sowie einen umfassenden Betriebsdienst. Für den Erhalt und die Weiterentwicklung sind jährlich 114,3 Millionen Euro vorgesehen. Mit den zusätzlichen Bundesmitteln können in den nächsten zehn Jahren unter anderem Brücken ersetzt sowie Landesstraßen und Radwege modernisiert werden. Außerdem werden Ampeln, Stützwände, Hangsicherungen und Fahrzeugrückhaltesysteme erneuert. 25 Millionen Euro fließen in die Modernisierung des Geräte- und Fahrzeugbestands der 56 Straßenmeistereien im Land. Alle diese Maßnahmen werden im Rahmen einer neuen Kooperationskultur umgesetzt: Die Charta etabliert einen „Runden Tisch Straßenbau Niedersachsen“ als Ort des vertrauensvollen Austauschs zwischen Verwaltung, Bauindustrie, Planungsbüros und Baugewerbe.

 

Die neuen Leitlinien setzen dabei konsequent auf Innovation, Digitalisierung und partnerschaftliche Projektabwicklung. Für das Land, die Kommunen und alle Partner eröffnet sich damit die Chance, das Straßennetz zukunftsfähig, sicher und nachhaltig aufzustellen.

 

Interessierte können die „Charta für Infrastruktur“ hier einsehen.

Start einer Arbeitsschutzprämie der BG BAU zur Umrüstung auf Absaugeinrichtungen der 2. Generation

 

Auf Antrag der Bauwirtschaft und in Abstimmung mit den Verbänden des Koordinierungsausschuss-Bitumen (KoA-Bit) wurde im Jahr 2024 eine Verlängerung der Aussetzfrist des Arbeitsplatzgrenzwertes für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen im Bereich Walzasphalt um weitere zwei Jahre bis Ende 2026 erwirkt.

Wie bereits in früheren Fachgruppen-Rundschreiben mitgeteilt, war mit der Verlängerung der Auftrag an die Bauwirtschaft verbunden, innerhalb der Verlängerungsfrist Maßnahmen aufzuzeigen, mit denen der Arbeitsplatzgrenzwert zielsicher eingehalten werden kann.

Neben der Einführung des temperaturabgesenkten Asphalts als Standardbauweise und weiteren Expositionsmessungen unter Beachtung eines kontrollierten Einsatzes von Trennmitteln bestand eine weitere Aufgabe des KoA-Bit darin, Verbesserungsmöglichkeiten bei der Absaugtechnik von Asphaltfertigern zu ermitteln und umzusetzen. Vor diesem Hintergrund haben die in Deutschland maßgebenden Gerätehersteller von Asphaltfertigern intensiv an Möglichkeiten geforscht, um Dämpfe und Aerosole aus Heißbitumen vom einbauenden Personal besser abzuschirmen und damit im Ergebnis eine 2. Generation von Absaugeinrichtungen für Asphaltfertiger entwickelt. Diese Absaugeinrichtung wird in Kürze bei den Herstellern für Neugeräte bestellbar sein und als Nachrüstlösung für bestehende Maschinen mit bereits vorhandener Absaugeinrichtung der ersten Generation zur Verfügung stehen. Detaillierte Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Hersteller.

Die BG BAU hat eine neue Arbeitsschutzprämie für diese „Absaugung Generation 2.0“ vorbereitet, die seit August 2025 verfügbar ist und beantragt werden kann. Eine Förderung von maximal 50 Prozent der Nachrüstkosten auf eine Absaugung der Generation 2 bis zu einer maximalen Fördersumme von 3.000 EURO ist möglich. Detaillierte Anforderungen und Hinweise können den Seiten der BG BAU entnommen werden.

Eine wesentliche Grundvoraussetzung für diese Förderung ist die Registrierung des nachzurüstenden Asphaltfertigers. Hierfür wurde ein Online-Portal eingerichtet, das unter https://www.wingisonline.de/asphaltfertiger aufzurufen ist.

Für die Nutzung des Portals müssen sich die Nutzer einmalig und kostenfrei registrieren. Im Zuge der Registrierung ist ein Code erforderlich, der eine spätere Zuordnung der Unternehmen zu den Verbänden ermöglicht. Für BVN-Mitglieder lautet dieser: REG-AF-ZDB

Darüber hinaus ist auch für alle anderen Asphaltfertiger im Bestand der Unternehmen, die:

  • entweder technisch bedingt nicht nachgerüstet werden können oder
  • die erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgerüstet werden sollen

eine Meldung auf dem Online-Portal erforderlich. Die Meldung dient innerhalb der verlängerten Übergangsfrist bis Ende 2026 als Nachweis, dass der Fertiger zur Nachrüstung vorgesehen ist oder nicht umgerüstet werden kann.

Außerdem sichern Sie sich durch die Registrierung aller in Ihrem Unternehmen befindlichen Fertiger auch die Möglichkeit, die Förderung für eine spätere Nachrüstung zu erhalten, sofern diese technisch möglich ist und innerhalb der Laufzeit des Förderprogramms beantragt wird.

Mit diesem Portal als Monitoring-Instrument soll einerseits die Transparenz über den Stand der Umsetzung erhöht und andererseits die Umsetzungsgeschwindigkeit dieser maßgeblich zur Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwertes notwendigen Maßnahme beschleunigt werden.

Außerdem bitten wir darum, auch die Fertiger Ihres Unternehmens im Portal zu melden, die bereits mit einer Absaugeinrichtung ausgerüstet sind, egal ob werkseitig oder bereits nachgerüstet. Hiermit können wir gegenüber den Sozialpartnern dokumentieren, dass wir die Notwendigkeit zur Umstellung auf abgesaugte Fertiger ernst nehmen. Diese Transparenz fördert die Glaubwürdigkeit unserer Branche. Sie stellt eine wichtige Forderung der Tarifvertragsparteien dar und wird unsere Anstrengungen zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Bitumendämpfen weiter unterstützen.

Aus diesem Grund appellieren alle Bauverbände dringend an ihre Mitglieder, die in den Unternehmen eingesetzten Fertiger im Portal zu registrieren und die Fördermöglichkeit zu nutzen.

Unter dem Motto „Digitalisierung im Straßenbau: Praxis, Potenziale und Perspektiven“ trafen sich am 28. und 29. August 2025 rund 150 Teilnehmer aus Bauwirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie öffentliche Auftraggeber im Dormero Hotel Bergström in Lüneburg.

 

Der Niedersächsische Straßenbautag 2025, der jährlich vom Baugewerbe-Verband Niedersachsen und dem Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V. veranstaltet wird, war nicht nur eine Plattform für intensiven Wissensaustausch, sondern setzte auch ein deutliches Zeichen für die Bedeutung der Digitalisierung sowie die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen Behörden, Planern und Bauunternehmen.

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Karsten Wiebe, Präsident des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen, der die Digitalisierung als Schlüsselfaktor für die Zukunft des Straßenbaus hervorhob. Auch Jens-Peter Zuther, Landesfachgruppenleiter Straßen- und Tiefbau im BVN, und Stadtbaurätin Heike Gundermann (Hansestadt Lüneburg) unterstrichen in ihren Grußworten die Notwendigkeit, digitale Prozesse und Technologien entschlossen voranzutreiben, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern.

 

Zu den Referenten am ersten Tag gehörten:

 

Volker Münch (Referatsleiter Tiefbau bei der BG BAU), der einen spannenden Einblick in die Schnittstelle zwischen Digitalisierung und Arbeitsschutz gab und anhand konkreter Beispiele zeigte, wie digitale Tools die Sicherheit auf Baustellen verbessern können.

 

Carsten Butenschön (Direktor, Niederlassung Nord) und Gesa Schütte (Leitung der Außenstelle Lüneburg) von der Autobahn GmbH des Bundes stellten das Leuchtturmprojekt A 39 vor. Sie präsentierten, wie durch den Einsatz digitaler Planungstools und von Building Information Modeling (BIM) nicht nur Zeit und Kosten eingespart, sondern auch die Qualität der Bauwerke und die Zusammenarbeit aller Beteiligten signifikant verbessert wurden.

 

Prof. Dr. Franz Diemand (Jade Hochschule) verdeutlichte in seinem Vortrag, dass Digitalisierung mehr erfordere als nur neue Tools – sie verlange einen kulturellen Wandel. Alle Mitarbeitenden müssten einbezogen und unternehmensspezifische Anforderungen berücksichtigt werden. Mit einem Augenzwinkern zitierte er frei nach Friedrich Schiller: „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob Software zur Schnittstelle findet.“

 

Nikolaus Stapels (Nikolaus Stapels Consulting & Training) sensibilisierte die Teilnehmer für die zunehmenden Risiken der Cyberkriminalität im Bauwesen. In einem interaktiven Beitrag – trotz des ernsten Themas mit humorvollen Momenten – verdeutlichte er anhand realer Fälle die Anfälligkeit digitaler Systeme: von Datenklau bis hin zu gezielten Sabotageakten. Stapels gab praxisnahe Empfehlungen zur IT-Sicherheit und verwies auch auf den wachsenden Nutzen von Cyberversicherungen.

 

HINWEIS:

Am 24. November 2025 und am 9. Dezember 2025 veranstaltet die VHV BAUAKADEMIE kostenlose Online-Seminare mit Herrn Stapels als Referent zum Thema „Cyberkriminalität“. Interessierte erhalten weitere Infos hier.

 

Julian Blum (VESTIGAS GmbH) präsentierte das digitale Lieferscheinmanagement als effiziente Lösung zur Prozessoptimierung. Durch Automatisierung und Echtzeitdaten lassen sich Abläufe beschleunigen, Fehlerquellen minimieren und sogar die ökologische Bilanz verbessern. Digitale Lieferscheine seien, so Blum, ein essenzieller Baustein für Transparenz und Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft.

 

Philipp Ellsäßer vom Podcast Schweiß & Schwafel bot eine persönliche und pointierte Einschätzung zum Stand der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Seine Diagnose: 65 Prozent der KMU hätten bislang kaum mit der Digitalisierung begonnen. Sein Appell: „Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir müssen dranbleiben und gemeinsam Lösungen entwickeln – machen Sie es einfach!“

 

Keynote-Speaker Sascha Dömer (LMIS AG), eröffnete neue Perspektiven: Agentensysteme und Künstliche Intelligenz könnten nicht nur den Straßenbau, sondern die gesamte Bauwirtschaft revolutionieren. Diese Technologien ermöglichen die Simulation komplexer Prozesse, die frühzeitige Identifikation von Engpässen und die optimale Nutzung von Ressourcen. Dömer betonte: „Algorithmen steigern nicht nur die Effizienz – sie heben auch die Planungsqualität auf ein neues Niveau.“

 

Den zweiten Tag eröffnete Prof. Dipl.-Ing. Bernd Afflerbach, Präsident des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen e.V., mit einem Plädoyer für Zusammenarbeit und kontinuierlichen Austausch.

 

Prof. Dr.-Ing. Michael Ehlers (Hochschule Osnabrück) erläuterte das Konzept der Single Source of Truth – eine zentrale Datenquelle für alle Projekt-beteiligten. Durch konsistente Datenhaltung lassen sich Fehler vermeiden und die Kooperation zwischen Verwaltung, Planung und Ausführung deutlich verbessern. Ehlers: „Wer die Hoheit über seine Daten hat, hat die Hoheit über sein Projekt.“

 

Ein inhaltlicher Höhepunkt war der Vortrag von Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. Er stellte die strategischen Ziele des Landes Niedersachsen vor, betonte die Digitalisierung als Schlüssel zur Modernisierung der Infrastruktur und unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung des Straßennetzes:

„Wir haben rund 14.000 km Autobahnen und Landesstraßen – auf ihnen werden über 70 Prozent der Wirtschaftsverkehrsleistung und etwa 80 Prozent der Personenverkehrsleistung in Niedersachsen erbracht.“

Tonne informierte über die zur Verfügung stehenden Mittel: Niedersachsen erhält 9,4 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen, weitere 5 Milliarden bringt das Land selbst ein – insgesamt stehen damit 14,5 Milliarden Euro bereit. Ein besonderes Augenmerk galt dem Masterplan Brücken: „Wir haben 700 Brücken im Bundesstraßennetz und 2.100 im Landesstraßennetz. Zwei Drittel davon stammen aus den 1950er Jahren und müssen heutigen Lasten angepasst werden. 150 Bauwerke wurden bereits zur Erneuerung identifiziert.“ Er appellierte an alle Beteiligten, den Schulterschluss zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft weiter zu stärken: „Nur gemeinsam können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern.“

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen leistete bereits zum dritten Mal einen Beitrag zum Niedersächsischen Straßenbautag. In den Vorjahren war Tonnes Amtsvorgänger, der jetzige Niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies, Gast der Veranstaltung.

 

Eric Skrzeczek (STRABAG AG) präsentierte anschaulich den Einsatz von Mobile Mapping im Straßenbau. Diese Technologie ermöglicht die präzise und schnelle Erfassung von Infrastrukturobjekten und liefert die Grundlage für digitale Zwillinge und BIM-Modelle.

 

Philip Overbeck (Autobahn GmbH des Bundes) stellte die Entwicklung von Standardentwürfen für 2-Feld-Spannbetonbrücken vor. Diese standardisierten Bauweisen ermöglichen eine deutlich schnellere und wirtschaftlichere Umsetzung – ohne Abstriche bei Qualität oder Sicherheit. Overbeck warb für Vertrauen in die Praxisexpertise der Bauunternehmen und plädierte für funktionale Aus-schreibungen: „Lasst die mal machen!“

 

Fazit:
Der Niedersächsische Straßenbautag 2025 hat eindrucksvoll gezeigt: Die Digitalisierung im Straßenbau ist nicht länger eine Option – sie ist Voraussetzung für zukunftsfähige Infrastruktur. Niedersachsen ist auf einem guten Weg, doch es bleibt viel zu tun. Zentrale Erfolgsfaktoren sind Zusammen-arbeit, Offenheit für Veränderung und der gemeinsame Wille, Innovationen umzusetzen.

 

Ein besonderer Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, Ausstellern, Sponsoren und Teilnehmenden, die mit ihrem Engagement maßgeblich zum Erfolg der Tagung beigetragen haben.

 

SAVE THE DATE:
Der nächste Niedersächsische Straßenbautag wird im September 2026 in Oldenburg stattfinden.

Leitfaden Expositionsmessungen 2025 – Weitere „Best-Practice“- Messreihe im Walzasphalteinbau zur Ermittlung der Maßnahmen zur Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwertes für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen mittels Absaugeinrichtung der „2.Generation“

 

Im Fachgruppen-Rundschreiben Str. 05/2024 vom 9. Juli 2024 wurde ein Leitfaden veröffentlicht, unter welchen Randbedingungen Expositionsmessungen von Dämpfen und Aerosolen aus Heißbitumen durchzuführen sind. Dieser Leitfaden wurde jetzt für kommende Messungen aktualisiert.

Zukünftige Messungen sollen von der BG Bau nur noch durchgeführt werden, wenn auf der Baumaßnahme Asphaltfertiger mit Absaugeinrichtung der 2. Generation ausgerüstet sind.

Weitere Details, welche Fertiger bereits ausgerüstet sind bzw. die Bereitstellung von Pilot-Maschinen sowie weitere Anforderungen können dem beigefügten Leitfaden entnommen werden.

Ziel der Messreihe ist es, die Einhaltung des AGW unter den im Leitfaden beschriebenen Best-Practice-Anforderungen final zu ermitteln und zu dokumentieren.

Wir bitten unsere Mitgliedsunternehmen, dass beauftragte Projekte zum Einbau von Temperaturabgesenktem Asphalt unter Verwendung von Absaugeinrichtungen der „2. Generation“ an die zuständigen Ansprechpartner gemeldet werden.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) unterstützt bei der entsprechenden Abstimmung zwischen Geräteherstellern und BG Bau.

Ihr ZDB-Ansprechpartner: Herr Sebastian Geruschka
Telefon: 0 30 / 2 03 14 - 5 53
E-Mail: geruschka@zdb.de

Online-Infoveranstaltung am 20. September 2024 über die Möglichkeiten, Aufträge von der Deutschen Bahn im Rahmen der Infrastrukturprojekte zu erhalten!

Die Deutsche Bahn AG plant für die nächsten Jahre milliardenschwere Investitionen in ihre Netzinfrastruktur, aber auch in ihre Bahnhofsgebäude, Sanitäreinrichtungen etc. Dafür möchte sie u. a. die Betriebe des Bau- und Ausbaus als Auftragnehmer gewinnen. 

Die Landesvereinigung Bauwirtschaft Niedersachsen (LV Bau) lädt zusammen mit der IHK Niedersachsen(IHKN), der Landesvertretung der Handwerkskammern Niedersachsen (LHN e.V.) und der Arbeitsagentur Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen ein zu einer Online-Informationsveranstaltung am 20. September 2024 von 09:00 – 10:30 Uhr!

Auf dieser Veranstaltung wird Frank Limprecht, Leiter Infrastrukturprojekte Norddeutschland der DB InfraGO AG, mögliche Partner gewinnen, indem er den Umfang der betroffenen Gewerke und die zeitlichen Schwerpunkte der geplanten Maßnahmen vorstellt. Zudem werden interessierte Betriebe dort auch ihre Fragen stellen können:

  • Wann genau wird was auf welcher Strecke in Niedersachsen gebaut?
  • Welche Arbeiten sind zu vergeben in den jeweiligen Regionen in Niedersachsen, insbesondere mit Blick auf die Streckensanierung Hannover-Hamburg!
  • Welche Auftragsumfänge sind zu erwarten?
  • Welchen zeitlichen Vorlauf hat die Bahn als Auftraggeber?
  • Wie erfahre ich, ob ich als Auftragnehmer in Betracht komme?

Interessierte haben die Möglichkeit, sich bis zum 10. September 2024 unter dem folgenden Link anzumelden: www.ihk-n.de/InfoVA-Schiene 

Die Einwahldaten werden rechtzeitig vor der Veranstaltung per E-Mail verschickt.

Seit Mitte Juli 2024 wird die sogenannte Riedbahn einer Generalsanierung unterzogen. Fünf Monate wird die Bahnstrecke Frankfurt-Mannheim vollständig gesperrt sein. Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe: 

„Erstmals wurde in Europa ein wesentlicher Eisenbahnabschnitt für eine Sanierungsmaßnahme vollständig stillgelegt. Der Aufgabenkatalog ist gigantisch und für unsere Unternehmen beispiellos. Bis Mitte Dezember sollen auf der rund 70 Kilometer langen Strecke Bahnhöfe, Schienen, Weichen und Oberleitungen modernisiert und digitalisiert werden. Das gab es in dieser Form noch nie. Aber es ist absolut notwendig, dass die Bahn mit der sogenannten Generalsanierung ein neues Konzept fährt. 

Zu lange haben wir den Zustand unserer Infrastruktur ignoriert. Ein funktionierendes Schienennetz, robuste Brücken und belastbare Straßen sind die Basis für unsere Wirtschaft und damit für unseren Wohlstand im Land. Stattdessen müssen allein mehrere Tausende Autobahnbrücken saniert werden. Wenn wir jetzt nicht den Modernisierungsturbo einlegen, wird es irgendwann einen Dominoeffekt geben und die Sanierungsaufgaben werden nicht mehr zu bewältigen sein. Wir hoffen sehr, dass die Generalsanierung gelingt und Schule machen wird.“ 

Registrierte Mitglieder erhalten Zugriff auf detaillierte Informationen und Dokumente.

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