Fachgruppen-Mitteilungen

Fachgruppe Mitteilungen

Die Ersatzbaustoffverordnung (EBV) ist seit dem 1. August 2023 in Kraft.

Um die Umsetzung bei den Unternehmen, die Ersatzbaustoffe herstellen oder verwenden, zu begleiten, haben der Deutsche Abbruchverband (DA), der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Hauptverband der Bauindustrie (HDB) im September 2023 ein bundesweites Monitoring gestartet, an dem sich bislang bereits rund 120 Betriebe beteiligt haben.

Bis Ende Juni 2024 haben Unternehmen noch die Möglichkeit, hieran teilzunehmen, um ein aussagekräftiges Bild der Gesamtsituation zu zeichnen und die notwendigen Optimierungen zu identifizieren.

Mittlerweile ist bei vielen Unternehmen die gesamte Güteüberwachung durchgeführt worden, daher werden auch bereits befragte Unternehmen gebeten, an der Umfrage erneut teilzunehmen.

Den Fragenkatalog finden Sie hier. Bitte senden Sie uns den ausgefüllten Katalog bis zum Freitag, d. 28. Juni 2024, an lampe@bvn.de zurück.

Bei Fragen steht Ihnen Herr Carsten Woll, Geschäftsführer der Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau, unter 05 11 / 9 57 57 – 24 telefonisch gern zur Verfügung.

Bereits kurz nach Inkrafttreten der EBV wurde auch von anderen Verbänden der Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft eine Umfrage unter potenziellen Abnehmern mineralischer Ersatzbaustoffe durchgeführt. Gefragt wurde nach dem derzeitigen Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe (MEB) und wie sich der Einkauf und die Verwendung von MEB bei den zu erwartenden Neuregelungen verändern werden. An der zwischen Mitte Dezember und Ende Februar bundesweit durchgeführten Online-Umfrage haben Unternehmen aber auch Behörden, Dienstleister und sonstige Fachleute teilgenommen.

Den ausführlichen Bericht zur Umfrage finden Sie hier.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine gesetzliche Regelung des Endes der Abfalleigenschaft mineralischer Ersatzbaustoffe die Einsatzmengen von MEB in öffentlich bzw. privat finanzierten Bauvorhaben grundsätzlich erhöhen könnte. Zwar gaben 62 Prozent der Umfrage-Teilnehmer an, schon jetzt regelmäßig MEB einzusetzen, 29 Prozent täten dies bisher aber nur in geringem Umfang.

Als größte Hemmnisse für den Einsatz mineralischer Ersatzbaustoffe wurden die mangelnde Rechtsverbindlichkeit bestehender Regelungen, der fehlende Produktstatus sowie Akzeptanzprobleme genannt.

Würde ein Produktstatus für alle MEB in allen Materialklassen der EBV umgesetzt, erwarten 77 Prozent der Teilnehmenden, dass dies zu einer Erhöhung der Einbaumengen insgesamt führen würde. Als Gründe werden vor allem der positiv belegte Begriff des „Produktes“ gegenüber „Abfall“, die Sicherheit für zukünftige Entscheidungen und ein geringerer bürokratischer Aufwand für MEB mit Produktstatus angeführt.

Sollten allerdings nur die „besten“ Materialklassen einen Produktstatus erhalten, vermuten drei Viertel der in der Umfrage befragten Marktteilnehmer eine noch stärker fokussierte Nachfrage nach diesen „besten“ Materialklassen. Gleichzeitig gehen knapp vier Fünftel davon aus, dass die MEB der übrigen Materialklassen voraussichtlich auf Deponien verwertet oder beseitigt werden müssten. Gründe hierfür wären unter anderem mangelnde alternative Verwertungs-/Entsorgungswege, Kosten, Rechtssicherheit und die geringe Akzeptanz.

Die Befragung zeigt die Potenziale von Ersatzbaustoffen mit Produktstatus auf. Akzeptanzgewinn sowie günstige Preise und gute Verfügbarkeit sprechen für mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Die Umfrage hatte den Fokus auf die Nutzung von potenziellen Abnehmern der MEB, wohingegen das Monitoring von DA, ZDB, HDB und BGRB den Fokus auf die Umsetzung der EBV bei den betroffenen Unternehmen hat.

Wir bitten um eine breite Beteiligung, da nur so die Stellen benannt werden können, an denen die Ersatzbaustoffverordnung angepasst und ergänzt werden muss um eine wirtschaftliche Umsetzung und Nutzung der Potenziale einer Kreislaufwirtschaft Bau zu ermöglichen. Je mehr Unternehmen sich an der Umfrage beteiligen, desto größer ist das politische Gewicht, das wir nutzen können. Ihre Teilnahme ist daher von großer Bedeutung.

 

Auf Initiative des Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) wurde der Ausbildungsberuf Tiefbaufacharbeiter/ Tiefbaufacharbeiterin in der „Liste der handwerklichen Tätigkeiten“ ergänzt.

Seit dem 1. Juli 2024 erstreckt sich die LKW-Maut grundsätzlich auf Lastkraft-wagen zwischen 3,5 t und 7,5 t. Fahrzeuge zwischen 3,5 und 7,5 t, die zur Beförderung von Material, Ausrüstungen oder Maschinen benutzt werden, die der Fahrer zur Ausübung seines Handwerks benötigt, bleiben jedoch von der Maut befreit (sogenannte „Handwerkerausnahme“ - siehe auch DIE BAUSTELLE Nr. 12 Dezember 2023 und Nr. 5 Mai 2024).

Ab sofort können Betriebe, die die Voraussetzungen der Handwerkerausnahme erfüllen, ihre Fahrzeuge bei Toll Collect melden und als „mautbefreit“ eintragen lassen. Mit dieser Voranmeldemöglichkeit soll die regelmäßige Zustellung von Klärungsschreiben von „Mautbrücken“ und „Mautsäulen“ vermieden werden.

Die Betriebe, die die Handwerkerausnahme erfüllen, ergeben sich aus der „Liste der handwerklichen Tätigkeiten“ des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM).

Leider waren bislang Tiefbaufacharbeiter nicht in der Liste der handwerklichen Tätigkeiten aufgeführt, obwohl dieser Ausbildungsberuf als Handwerk ein-gruppiert ist. Daher hatte sich der ZDB an das BALM gewandt und für die Aufnahme des Tiefbaufacharbeiters in die „Liste der handwerklichen Tätigkeiten“ eingesetzt.

Erfreulicherweise hat sich das BALM der Argumentation angeschlossen und die Forderung umgesetzt. Der Ausbildungsberuf Tiefbaufacharbeiter/ Tiefbaufach-arbeiterin wurde in der „Liste der handwerklichen Tätigkeiten“ ergänzt.

Fazit:
Das Baugewerbe war mit seinem Anliegen vollumfänglich erfolgreich und hat für die betroffenen Betriebe die Ausnahme von der Mautpflicht ermöglicht.

Aufgrund des großen Interesses im letzten Jahr und vor dem Hintergrund der Rohstoffverknappung und der seit August 2023 gültigen Ersatzbaustoffverordnung veranstaltete die BVN-Landesfachgruppen Straßen- und Tiefbau sowie Hoch- und Massivbau am 18. April 2024 im Gutshof Rethmar in Sehnde / OT Rethmar erneut die Fachtagung „Baustoff-Recycling-Tag“. 

Die Besucher konnten sich einen guten Überblick über die ersten Erkenntnisse und Erfahrungen über die aktuell gültigen Vorgaben und Regeln für den qualifizierten Umgang mit mineralischen Abfällen und Ausbaustoffen verschaffen und nahmen in den Pausen die Möglichkeit wahr, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen.

Zu Wort gekommen sind Experten der öffentlichen Hand, aus dem Verbands-wesen und der Wirtschaft, die Tipps und Infos zur praktischen Umsetzung bei der Planung und Ausführung geben konnten.

Themen und Referenten

Die Ersatzbaustoffverordnung – wesentliche Neuerungen und FAQ´s
Manuela Rieneck,
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Hannover

DIE BODEN CHECK APP - Ein digitaler Begleiter zur EBV
Armin Speidel, 
N1 Trading GmbH, Dossenheim

EBV, wo stehen wir? - Erste Erfahrungen aus der Praxis
Katrin Mees, 
Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), Berlin

Umsetzung der LAGA M23 zum Umgang mit asbesthaltigen Bauabfällen
Gunther Weyer, 
Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Hannover

Recycling von Kalksandstein und Porenbeton möglich – oder doch nur Bauabfall?
Hinrich Schulze, 
Kalksandsteinindustrie Nord e.V., Buxtehude

R-Beton – Was funktioniert schon, wo klemmt´s noch?
Zu den Chancen und Grenzen des Betons mit rezyklierten Gesteinskörnungen
Thomas Richter, 
InformationsZentrum Beton GmbH, Sehnde

Gemeinsam für den Klimaschutz - Beispiele aus der Praxis
Thomas Zawalski, 
solid UNIT e. V., Berlin

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) lädt herzlich zu der Veranstaltung "Schienen, Brücken, Straßen - gut und schnell bauen und sanieren" am 29. November 2023 in Berlin ein, die in der Zeit von 15.00 bis 17.00 Uhr mit anschließendem get together im Quadriga Forum (Werderscher Markt 13,10117 Berlin) stattfinden wird.

Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist in einem kritischen Zustand. Schienen, Brücken und Straßen müssen den Anforderungen der Zeit gerecht werden. Deutschland kommt hier als Wirtschaftszentrum in der Mitte Europas eine besondere Bedeutung zu.

Wie die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur am besten in den Bauprojekten vor Ort umgesetzt werden, darüber wollen Bauunternehmer mit Vertretern der Deutschen Bahn und der Autobahn GmbH diskutieren und ihnen hierbei ihre Erfahrungen aus dem Baualltag schildern, um Verbesserungs-potenziale aufzuzeigen. In einer Gesprächsrunde mit Verkehrspolitikern des Deutschen Bundestags wird das Thema anschließend erörtert, um so Anstöße für die Politik zu geben.

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier.

Anmelden können Sie sich bis zum 24. November 2023 hier.

Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Am 21. September 2023 veranstaltet die Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau zusammen mit dem Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e. V. einen Niedersächsischen Straßenbautag in Osnabrück, bei dem das Thema „Nachhaltigkeit im Straßenbau“ im Fokus stehen wird. Am darauffolgenden Tag wird ebenfalls in Osnabrück die Fachtagung „Nachhaltiger Straßenbau in der Praxis“ stattfinden.

Am 14. und 15. September 2023 findet in Osnabrück der Niedersächsische Straßenbautag statt. Die Teilnehmer erwartet ein interessantes Programm rund um das Thema "Nachhaltigkeit im Straßenbau".

Weitere Informationen können dem Flyer entnommen werden.

 

Am 16. März 2023 fand im Dänischen Pavillon in Hannover die Fachtagung „Baustoff-Recycling-Tag“ statt, zu der die BVN-Landesfachgruppen Straßen- und Tiefbau sowie Hochbau geladen hatten.

Die Rohstoffverknappung und die am 1. August 2023 in Kraft tretende Ersatzbaustoffverordnung haben viele Teilnehmer angelockt, sodass die Veranstaltung schon weit vor dem Anmeldeschluss ausverkauft war.

Die Besucher erhielten von den Referenten einen Überblick über die zukünftigen Vorgaben und Regeln für den qualifizierten Umgang mit mineralischen Abfällen und Ausbaustoffen.

Zu Wort gekommen sind Experten der öffentlichen Hand, aus dem Verbandswesen und der Wirtschaft, die Tipps und Infos zur praktischen Umsetzung bei der Planung und Ausführung geben konnten.

 

Gastgeber und Referenten v. l. n. r.: Dietmar Bluhm, Dieter Rosen, Stephan Lemke, Manuela Rieneck, Amelie Hagen, Carsten Woll

 

Themen und Referenten

Auswirkungen der neuen Mantelverordnung auf Hoch- und Tiefbaubetriebe
Prof. Harald Burmeier,
Prof. Burmeier Ingenieurgesellschaft mbH, Hannover

Qualifizierter Umgang mit mineralischen Abfällen und Ausbaustoffen im Straßenbau
Amelie Hagen,
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Hannover

Umsetzung der Ersatzbaustoffverordnung durch die Umweltverwaltung - Überblick und Ausblick
Manuela Rieneck,
Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Hannover

Re-Use und Recycling - Chancen und Grenzen am Beispiel ziegelreicher Abfälle
Dieter Rosen,
Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Berlin

Die erste innerstädtische Bodenwiederaufbereitungsanlage in Osnabrück – Praxisbericht
Stephan Lemke,
BMFO Boden Management Flüssigboden GmbH, Osnabrück

Hinweis für Interessierte:
Aufgrund des großen Erfolgs und der starken Nachfrage wird diese Veranstaltung voraussichtlich im Herbst 2023 erneut angeboten.

Zur Vorbereitung auf die am 1. August 2023 in Kraft tretende Ersatzbaustoff-Verordnung hatten die Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen (BVN) und die Landesfachabteilung Straßenbau des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen am 4. November 2022 in Hannover zur Fachtagung „Die Ersatzbaustoff-Verordnung aus Sicht des Tief- und Straßenbaus“ geladen. Über 40 Teilnehmer haben sich einen ersten Eindruck über die zukünftigen Vorgaben und Regeln verschaffen können und hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Zu den Referenten gehörten Dr. Harald Freise, Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen, sowie Amelie Hagen und H. Funda Türkmen von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

BVN-Mitgliedsbetriebe aus dem Bereich Straßen- und Tiefbau aufgepasst!

Die Landesfachgruppe Straßen- und Tiefbau des Baugewerbe-Verbandes Niedersachsen und die Landesfachabteilung Straßenbau des Bauindustrieverbandes Niedersachsen-Bremen e.V. laden gemeinsam zur Fachtagung

„Die Ersatzbaustoff-Verordnung aus Sicht des Tief- und Straßenbaus“

am Donnerstag, d. 3. November 2022, 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr, ein.

 

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