Gesetzlicher Mindestlohn. Höhere Entgeltgrenzen für die Aufzeichnung der Arbeitszeit von Angestellten

Die Anpassung der Mindestlohndokumentationspfl ichtenverordnung führt zur Ausweitung der Aufzeichnungspflichten nach dem Mindestlohngesetz ab 1. Oktober 2022.

Insbesondere die Melde- und Aufzeichnungspfl ichten nach dem Mindestlohngesetz werden durch die Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung dahingehend ausgeweitet, dass sie nunmehr für Arbeitnehmer gelten, deren

  • verstetigtes, regelmäßiges Monatsentgelt 4.176 Euro brutto (bisher: 2.958 Euro brutto)unterschreitet (bei der Ermittlung des verstetigten Monatsentgelts sind – ungeachtet ihrer Anrechenbarkeit auf den gesetzlichen Mindestlohnanspruch – sämtliche verstetigten monatlichen Zahlungen zu berücksichtigen)
  • beziehungsweise verstetigtes, regelmäßiges Monatsentgelt 2.784 Euro brutto (bisher: 2.000 Euro brutto) unterschreitet, wenn der Arbeitgeber dieses Monatsentgelt für die letzten vollen 12 Monate nachweislich gezahlt hat; Zeiten ohne Anspruch auf Arbeitsentgelt bleiben bei der Berechnung des Zeitraums von 12 Monaten
    unberücksichtigt.
Die bisherigen Gehaltsgrenzen werden damit der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro brutto angepasst. Dies hat zur Folge, dass der Kreis der betroffenen Arbeitnehmer erheblich ausgeweitet
wird. Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit müssen damit bei Angestellten aufgezeichnet werden, die weniger als 2.784 Euro brutto im Monat erhalten. Nur für Neueinstellungen sowie in den
ersten 12 Monaten des Arbeitsverhältnisses gilt die Entgeltgrenze von 4.176 Euro brutto im Monat.
Von dieser Anpassung sind insbesondere Angestellte und Poliere im Baugewerbe betroffen, für die nun ab dem 1. Oktober 2022 in den unteren Gehaltsgruppen die Aufzeichnungspflichten des Mindestlohngesetzes
gelten.

Registrierte Mitglieder erhalten Zugriff auf detaillierte Informationen und Dokumente.

Eingeloggt bleiben

Als registriertes Mitglied des BVN stehen Ihnen weitere Informationen und Downloads zur Verfügung.