Standpunkt 03/2024

Die Baustelle 03/2024
Wohnungsbau statt Wohnungsnot! Mehr Wohnungen bauen! Beschäftigung sichern! Dafür gingen am 1. März in Hannover viele hundert niedersächsische Unternehmer aus dem Baugewerbe und den Ausbaugewerken auf die Straße. Mit einem Autokorso in der Landeshauptstadt verliehen sie ihrer Forderung Nachdruck, dass auch das Land Niedersachsen einen Beitrag zum Abbau der Wohnraumknappheit leisten muss. Denn der Wohnungsbau, größte Sparte des Baugewerbes, befindet sich auch hierzulande seit Langem in einem Negativstrudel. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Der drastische Auftragseinbruch im Wohnungsneubau erhält allmählich eine gesellschaftspolitische Dimension, weil er die herrschende Wohnungsnot weiter verstärkt. Es fehlt massiv an bezahlbarem Wohnraum, der Bestand an Sozialwohnungen ist auf einen rekordverdächtigen Tiefstand angelangt. Das sorgt für Verdruss in der Bevölkerung. Gleichzeitig müssen Wohnungsbaubetriebe inzwischen Mitarbeiter entlassen, weil Aufträge fehlen. Neu ist, dass angesichts der unsicheren Zukunftsaussichten Beschäftigte von sich aus kündigen und in andere Branchen abwandern.


Zu lange ist nichts passiert. Die Politik muss jetzt gegensteuern. Die Blicke richten sich vermehrt auf die Länder, weil auf Bundesebene Koalition und Opposition sich gegenseitig blockieren. In Niedersachsen fordern die Verbände der Bau- und der Wohnungswirtschaft, dass die Landesregierung kurzfristig Impulse zur Belebung des Wohnungsneubaus setzt. Damit Investoren und Häuslebauer wieder Mut schöpfen und neue Wohnungen und Häuser in Auftrag geben.


Kurzfristig heißt: Senkung der Grunderwerbssteuer, zinsvergünstige Baudarlehen, Förderung auf Basis des EH 55-Standards. Auf Bundesebene kämpfen wir weiter dafür, dass Bund und Länder die degressive AfA im Mietwohnungsbau doch noch verabschieden. All das würde dazu beitragen, dass neue Wohnimmobilien in Ballungszentren für mittlere und kleine Einkommen wieder bezahlbar werden. Wie prekär die Situation ist, zeigte sich daran, dass erstmals seit zwei Jahrzehnten die Bauunternehmer für ihre Anliegen wieder auf die Straße gingen. Die Bereitschaft, sich dem Autokorso in Hannover anzuschließen, war hoch.

Angesichts von 700.000 fehlenden Wohnungen muss schnell etwas geschehen. Damit die Bauwirtschaft, eine der bedeutendsten Branchen im Land, wieder in die Lage versetzt wird, ihrer Aufgabe nachzugehen: Bauen! Wohnraum schaffen! Den Stillstand überwinden!

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